Katzen 

 

Ehemalige Tierheimbewohner
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 Katzenelend nicht nur im Ausland


Nicht erst seit der Wirtschaftskrise gibt es auch bei uns "Katzenjammer". Geld spielt hierbei allerdings auch öfters eine Rolle. Gemeint sind hier nicht nur die vielen verwilderten Katzen, sondern auch sog. "Hauskatzen", die als unkastrierte Freigänger dafür sorgen, dass das Katzenelend immer größer wird.

Viele Tierhalter scheuen leider die Kosten für eine Kastration und das nicht nur in Zeiten wirtschaftlicher Probleme. Aber auch hier gilt: "Principiis obsta" - "Wehret den Anfängen". Bevor es "Massen" werden (eine einzige Katze kann nach zwei Jahren schon über 30 Nachkommen haben), ist es billiger und auch im Sinne des Tierschutzes, jedes Tier gleich kastrieren zu lassen.
Alle Tierheime kennen das Problem: Immer wieder im Frühling und Herbst werden tausende junge Kätzchen den Tierheimen "angeboten", wie man auch im Minimarkt unter „Die gute Tat“ sehen kann. Nicht selten sind es Nachkommen von ganz normalen Stubentigern, die für den Halter völlig überraschend Nachwuchs bekommen haben und evtl. die Nachbarn mit ihren Nachkommen „beschenken“.
Viele der Katzen stammen aber auch wilden Muttertieren ab, die mit anderen scheuen Artgenossen in bäuerlichen Anwesen, Schrebergärten, Friedhöfen, stillgelegten Fabrikanlagen und ähnlichen Lebensräumen leben. Die Tiere leiden an Hunger und sind von Infektionskrankheiten und Parasitenbefall betroffen. Die Nachkommen dieser Katzen werden meist nicht in ihrer sensiblen Phase (zwischen 2. und 7. Lebenswoche) an den Menschen gewöhnt und bleiben deshalb ein Leben lang scheu. Eine "Nachsozialisierung" zu einem späteren Zeitpunkt ist unmöglich. Deshalb können diese Katzen auch auf keinen Fall in Tierheimen untergebracht werden. Diese würden buchstäblich "die Wände hoch gehen". Der einzige Ausweg heißt: Kastration, was bei verwilderten Katzen nicht einfach ist, da sie sich nicht so einfach fangen lassen, um sie in einer Tierbox zum Tierarzt zu bringen.
Der Tierschutzverein Schwäbisch Hall unterstützt solche Fangaktionen, auch wenn dieses ein hohes ehrenamtliches Engagement erfordert, da es schon Stunden dauern kann, bis Katzen in die aufgestellten Fallen gehen. Leider fehlt es dem Verein auch hier an ehrenamtlichen Helfern für diese zeitintensive und auch psychisch nicht einfache Aufgabe und v. a. auch an den finanziellen Mitteln

Der Tierschutzverein richtet deshalb einen dringenden Appell nicht nur an alle Katzenhalter, sondern auch an alle anderen Tierfreunde, die z. B. Käfigtiere halten, ihre Tiere frühzeitig beim Tierarzt kastrieren zu lassen und bittet um Unterstützung für die Fütterung der über 150 verwilderten, kastrierten Katzen, die von Tierfreunden gefüttert werden und die der Verein mit Futter versorgt. (Spendenkonten: SPK BLZ 62250030  Kt. 5013944,    VR Bank, BLZ 62290110, Kt.  11 93 007)

                                                                                              

Da sich der Bestand jeden Tag ändern kann, sind wir leider selten ganz aktuell, da wir mit dem Fotografieren und Erneuern der Homepage nicht hinterher kommen.

 

                             Rita
Als Baby kam ich letztes Jahr zusammen mit meinen drei Geschwistern ins Tierheim. Inzwischen bin ich ein dreiviertel Jahr alt, kastriert und geimpft und keiner will mich. Die ersten Anrufer fragten schon bei der Tierheimleiterin nach kleinen Babykatzen nach. Das kann sie derzeit gar nicht hören, denn über die Osterferien kamen viele Katzen ins Tierheim. Unkastrierte, flügge gewordene Jungkater, die keiner sucht, ältere Tiere, die vor vielen Jahren aus dem Tierheim vermittelt wurden und jetzt überflüssig sind, eine arme psychisch zerstörte Wohnungskatze und noch zwei ältere Wohnungskatzen, die alle nicht verstehen, warum sie in den "Knast" kamen. Nicht ganz einhundert Katzen waren es bis Ende der Osterferien, denen der Tierschutzverein 2012 helfen musste. Kein Wunder, Tierheimleiterin Karin Gschwind, kann die Nachfrage nach Babykatzen nicht ertragen. "Die leben viel zu lang für die meisten "Katzenfreunde" und eigentlich brauchen wir nichts mehr vermitteln, die Tiere kommen sowieso irgendwann nach Jahren wieder zurück" schimpft sie in ihrer Enttäuschung übersogenannte Tierfreunde. Für viele Katzenbesitzer ist eine Kastration des Tieres zu teuer und so nimmt das alljährliche Katzenelend wieder seinen Lauf.
Uschi

Die kleine etwa drei bis vier Monate alte, bis auf die Knochen abgemagerte kleine Uschi lief einem großen Kater im Wohngebiet kurz nach Weihnachten nach Hause hinterher. Dort traute sie sich nicht ins Haus und blieb vor der Balkontür in einem kleinen Kästchen Tag und Nacht sitzen und kam nur zum Fressen heraus. Uschi kam schließlich ins Tierheim. Viel Mühe gaben sich die Tierpflegerinnen, die Kleine an Menschenhand zu gewöhnen, auf die sie nicht aggressiv, sondern zurückweichend reagierte. Nur Jungkater Anton konnte Uschi Halt geben. An ihm orientierte sie sich. Sie wußte nicht was Spielen ist, nicht was laufen, springen oder toben heißt. Stundenlang konnte sie auf dem Schoß sitzen und schnurren, setzte man sie ab, blieb sie sitzen. Uschi benahm sich wie ein autistischer Mensch. Mittlerweile lebt sie mit anderen Katzen friedlich in einem Gehege zusammen und traut sich auch in das Freigehege. Vor lauten Geräuschen und Stimmen hat sie aber noch immer Angst. Für Uschi suchen wir Katzenkenner, die sie als Wohnungskatze zusammen mit einer etwa gleich alten Katze im Alter von sieben - acht Monaten halten können.

Bärchen

Viel erlitten hat die etwa vier Jahre alte Wohnungskatze. Als sie ins Tierheim gerettet werden konnte war sie unkastriert und dauerrollig. Die letzten zwei Monate hatte sie viel durchgemacht und wurde hunderte von Kilometern in unseren Kreis gebracht, wo sie dann innerhalb von vier Wochen drei Besitzer wechselte und schließlich als reine Wohnungskatze hinaus geworfen wurde, da sie aggressiv sei. In ihrer Panik flüchtete Bärchen in der ungewohnten Freiheit in einen Keller und versteckte sich so unglücklich, dass ihr Fell voller Öl bis in die Haut getränkt war. Bärchen ist inzwischen kastriert, ihr Fell wurde gegen die Ölverschmutzung behandelt, ist aber leider noch nicht reinweiß. Dafür wird sie noch einige Zeit und Fellwechsel brauchen. Bärchen ist eine wunderschöne silbergetigerte Kätzin mit weiß. Leider wurde sie als Wohnungskatze offensichtlich alleine gehalten. Bärchen ist überhaupt nicht sozialisiert und sie reagiert auf die Anwesenheit von Artgenossen wie ein Tiger, der Beute macht. Bärchen braucht Menschen, die Erfahrung mit Wohnungskatzen haben und sie alleine halten können. Sie schmust zwar mit allen, die in ihr Gehege kommen, doch ist sie nichts für "Jedermann". Es gibt noch sehr viel Dinge, die sie in Panik versetzen, z.B. ein Handfeger, der schnell bewegt wird, kann Angstaggressionen bei ihr auslösen. Für wahre Tierfreunde, die die innerliche Bereitschaft haben, dieser gequälten Wohnungskatze wieder Vertrauen zu Menschen zu geben, ist diese liebenswerte Persönlichkeit sicherlich eine Herausforderung, die sich lohnt. Bärchen schmust jetzt schon gerne und bei genügend Geduld und Verständnis wird sie sicherlich eine dankbare anhängliche Katze.




Timmi

Der drei Jahre alte Kater kam ins Tierheim, weil er allein in der Wohnung zurückgelassen wurde. Letztes Jahr lernten wir seine Besitzer kennen, da es Probleme im Mietshaus gab. Tirnn1i wurde als unkastrierter Kater zwei Jahre als Einzeltier in der Wohnung gehalten, ohne Kontakt zur Außenwelt. Nicht gewohnt aus einem Fenster schauen zu können, hatte er die ersten vier Wochen im Tierheim Angst davor aus dem hinaus zu schauen und war zufrieden mit dem Anblick von Wänden. Inzwischen ist er mutig geworden und genießt das Fenster als "Fernseher". Mit männlichen Artgenossen hat er massiv Probleme. Die kleine etwa acht Monate alte Mathilda akzeptiert er notgedrungen. Timmi braucht möglichst eine Familie, bei der er als Einzeltier leben kann. Auch er ist anfangs zurückhaltend und schüchtern. Wenn er seine Menschen kennt, ist er verschmust.

 




Whitey

wurde in einer Katzentransportbox ausgesetzt. Der weiße Kater mit seinem getigerten Schwanz und zwei Tigerflecken auf dem Kopf könnte aus dem gleichen Wurf stammen wie Ronja, die letztes Jahr als Babykatze ins Tierheim kam, wäre nicht der Altersunterschied. Whitey wird auf vier Jahre geschätzt. Er war unkastriert und vom Verhalten mit Sicherheit eine Wohnungskatze. Whitey ist anfangs ebenfalls zurückhaltend, er lässt aber selbst in Angst alles ohne Aggression über sich ergehen. An Artgenossen hat er nicht allzu viel Interesse, zeigt eher Angst. Für ihn suchen wir ein Zuhause als Wohnungskatze. Eine Familie mit größeren Kindern, wo jemand nur halbtags zu Hause ist, wäre ideal für ihn. Für ihn gilt, wie für alle Wohnungskatze, als Voraussetzung zur Haltung ein vernetzter Balkon.

Waldfee

Die etwa vier Jahre alte kleinwüchsige Tigerkätzin Fee wäre sicherlich die nächsten zwei Tage gestorben, hätte Tierheimhund Kalina sie nicht mit ihren Gassigehern gefunden. Vollkommen abgemagert, verschnupft und kraftlos trugen sie Kalinas Gassigeher ins Tierheim zurück. Inzwischen ist sie schon einige Wochen im Tierheim und kann aufgrund ihres Gesundheitszustandes demnächst dem Tierarzt vorgeführt werden. Sicherlich ist sie nicht kastriert und vermutlich leidet sie unter ihrem Nabelbruch. Fee ist sehr anhänglich und verschmust und braucht eine Familie, die ihr Freiauslauf geben kann. Zu anderen Artgenossen ist sie sehr sozial und hat keine Probleme mit ihnen.

 

 

 

Felix

Der rotgetigerte Kater kam als kleine Fundkatze aus der Stadtmitte  von SHA . Seinerzeit wurde er wurde er von seiner Besitzerin abgeholt, das zweite Mal, als er sich wieder eine neue Heimat suchte, nicht mehr. Im Tierheim hieß der verschmuste Jungkater Felix. Er wurde auf ein kleines, abgelegenes, idyllisches Dörfchen vermittelt, wo er ungehindert seine Freiheit genießen konnte. Jetzt nach Jahren wurde er wieder ins Tierheim zurückgebracht. Seine familiären Verhältnisse hatten sich verändert. Felix trauert sehr und will stets ins Freie. Zu Artgenossen ist er nicht aggressiv. Er sucht Menschen, die ihn in seinem Leben nicht mehr enttäuschen und die ihm eine ähnliche Lebensweise ermöglichen können, wie die, die er nun jahrelang gewohnt war und Tierfreunde, die akzeptieren können, dass auch ein Kater mittleren Alters noch einmal glücklich werden will.

 


           

Mathilda

Die etwa sieben bis acht Monate alte Kätzin wurde wohl im Wald beim Tierheim ausgesetzt. Die Tierpflegerin sah sie am Tierheimparkplatz laufen. Miauend kam sie ihr entgegen und fraß in ihrer Quarantänebox zuerst einmal gierig zwei Schüsseln leer. Inzwischen ist sie kastriert und geimpft. Sie lebt mit Timmi zusammen, der gelegentlich von ihr ein oder zwei Tatzenhiebe bekommen kann, wird er zu aufdringlich. Mathilda ist vom Verhalten her sicherlich eine Katze, die auch Freiauslauf bekommen hatte. Ihr fehlt das ängstliche Verhalten vor Neuem, Ungewohntem, wie bei Wohnungskatzen üblich. Allerdings bevorzugt sie es, sich "ihre" Menschen, mit denen sie schmusen will, selbst auszusuchen.



Susi

Susi sucht wieder ein älteres Herrchen und Frauchen. Ihr Herrchen ist vor kurzem verstorben. Von den Angehörigen konnte oder wollte ihr niemand eine Heimat geben. Es ist schon sehr schwer für Susi, sich mit anderen ein Gehege teilen zu müssen, weshalb sie sich gerne in den Kratzbaum zurückzieht. Noch wird sie mit ihrem schlimmen Schicksal nicht fertig. Die letzten vier Jahre lebte die Kätzin ohne Artgenossin, die verstorben war. Susi ist als typische Wohnungskatze anfangs etwas zurückhaltend, schmust aber gerne mit Menschen, die sie kennt. Susi sucht Tierfreunde, die sie als Wohnungskatze halten können und die einen Balkon vernetzen dürfen. Für einen lebhaften Haushalt mit Kleinkindern ist Susi nicht geeignet

 

Mickey

Der etwa zwei Jahre alte, unkastrierte Perserkater wurde angeblich nachts auf einer Straße, weit ab eines kleinen Dorfes, am Straßenrand sitzend gefunden. Von seinen Besitzern wurde er nie gesucht. Mit seinen Artgenossen hat er keine Probleme, legt aber auch keinen großen sichtbaren Wert auf sie. Er ist zusammen mit Whitey im Gehege, der ihn weniger interessiert. Sein Freund war der inzwischen vermittelte große Kater Rambo, der völlig unbedarft auf jeden zuging. Mickey ist eher der gemütliche, faule, ruhigere Typ. Er sucht eine Familie, die ihn als Wohnungskatze halten kann und sich mit Perserkatzen und deren Fellpflege auskennt.

Bubi

Bubi lief letzten Sommer einem Wanderer weit außerhalb einer Ortschaft hinterher, der ihn mit nach Hause nahm und als Fundkatze meldete. Bubi wurde kastriert. Sein Finder wollte ihm ein Zuhause geben. Nach knapp einem Jahr tauchte Bubi im Wohngebiet auf. Da er tätowiert war, konnten wir seinen Besitzer benachrichtigen, der ihn aber nicht mehr haben wollte. Bubi kam ins Tierheim und verliebte sich in eine vollkommen abgemagerte, unscheinbare Kätzin, die vor kurzem aufgenommen worden war. Dann wurde er vermittelt und war etwa drei bis vier Monate glücklich in seinem neuen Zuhause, bis er wieder gebracht wurde. Die große Kälte war vorbei und der verschmuste, anhängliche Kater ging gerne ins Freie. Jeder in der Nachbarschaft kannte und mochte ihn. Bubi hatte keine „Annäherungsängste“ und vertrieb sich die Zeit, bis sein Frauchen endlich nach der Arbeit nach Hause kam Sicher, dabei vergaß er oft die Zeit, blieb zu lange weg, was Frauchen enttäuschte, weshalb sie ihn wieder zurück ins Tierheim brachte. Der liebe Bubi sucht ein Zuhause, wo sein Frauchen oder Herrchen nicht ganztags berufstätig sind. Mit seinem außerordentlich anhänglichen, verschmusten Charakter sucht er eben überall Streicheleinheiten. Bubi mag grundsätzlich auch alle seine Artgenossen, auf die er ohne Scheu zugeht und selbst diese gleich liebkost. Abgesehen von seinem Charakter ist der große kräftige Kerl eine imposante Erscheinung.

 

Siehe auch: Wer will mich

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